Grauer Star bei Diabetes: Ist die Kataraktoperation sinnvoll – und worauf muss man achten?

Prof. Dr. Mehdi Shajari

Prof. Dr. Mehdi Shajari

Über 10.000+ Augenoperationen | Mehrfach als Focus-Top-Mediziner ausgezeichnet

Veröffentlicht am Februar 12, 2026

Ist die Kataraktoperation sinnvoll – und worauf muss man achten?

Jeder weiß, dass Zucker Probleme verursachen kann, oder? Er kann Ihre Zähne verfaulen lassen und zu einer Gewichtszunahme führen. Aber wussten Sie, dass er auch Ihre Augen beeinträchtigen kann? Das passiert, wenn jemand an Diabetes leidet, einer Erkrankung, die den Zuckerhaushalt Ihres Körpers durcheinanderbringt. 

Leider neigen Diabetiker eher dazu, eine Katarakt zu entwickeln. Deshalb ist eine Kataraktoperation bei diesen Menschen ziemlich verbreitet. Allerdings kann die Kataraktoperation bei Menschen mit Diabetes schwieriger sein. 

Warum ist das so, fragen Sie sich? Nun, Menschen mit Diabetes haben im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes ein höheres Risiko für Komplikationen nach der Operation. Dies wird durch eine Studie belegt.

Kapsuläre Kontraktion und Trübung

Stellen Sie sich die Linse Ihres Auges wie eine geschälte Orange vor, wobei die Schale die Kapsel ist. Bei einer Kataraktoperation wird die getrübte Linse (die Orange) entfernt, aber die Kapsel (die Schale) bleibt an Ort und Stelle, um die neue Linse zu halten.  Bei Diabetikern besteht das Risiko, dass sich die Kapsel zusammenzieht, d. h. schrumpft oder undurchsichtig oder trüb wird, ähnlich wie eine Narbe. Dies könnte die Sehverbesserung beeinträchtigen, die sich jeder von einer Kataraktoperation erhofft.

Verschlimmerung des Makulaödems (ME) und der diabetischen Retinopathie (DR)

Die Makula ist der Teil der Netzhaut, der uns ein scharfes, klares zentrales Sehen ermöglicht. Wenn sie sich mit Flüssigkeit füllt, spricht man von einem Makulaödem, das zu verschwommenem Sehen führen kann. Bei der diabetischen Retinopathie hingegen schädigt ein hoher Blutzuckerspiegel die Blutgefäße in der Netzhaut, was ebenfalls das Sehvermögen beeinträchtigt. 

Nach einer Kataraktoperation kann es bei Diabetikern zu einer Verschlechterung dieser Erkrankungen kommen. Es ist ein bisschen so, als würde man ein Problem beheben (die trübe Katarakt), aber ein anderes verursachen (die geschwollene Makula und die geschädigten Blutgefäße).

Wenn Sie also Diabetiker sind und eine Kataraktoperation in Betracht ziehen, sollten Sie diese Risiken mit einem Augenarzt besprechen. Aber keine Sorge, Ein erfahrener Operateur wird die beste Lösung für Ihre individuellen Bedürfnisse finden.

Fazit: Kataraktoperation und Diabetes – gemeinsam zum sicheren Behandlungserfolg

Auch bei Diabetes kann eine Kataraktoperation eine sinnvolle Möglichkeit sein, Sehvermögen und Lebensqualität zu verbessern. Wichtig ist, dass mögliche Risiken wie Makulaödem oder Verschlechterung der diabetischen Retinopathie frühzeitig erkannt und engmaschig kontrolliert werden. In guter Zusammenarbeit kann die Operation so geplant werden, dass sie trotz Diabetes ein sicherer Weg zu klarerem Sehen und mehr Selbstständigkeit im Alltag ist.

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