Die Symptome trockener Augen: Was Sie unbedingt wissen sollten

Prof. Dr. Mehdi Shajari

Prof. Dr. Mehdi Shajari

Über 10.000+ Augenoperationen | Mehrfach als Focus-Top-Mediziner ausgezeichnet

Veröffentlicht am Dezember 22, 2025

Einleitung

Wie macht sich das trockene Auge bemerkbar? Welche Symptome hat man dabei? Genau darauf gehen wir heute ein. Ich bin Professor Dr. Mehdi Shajari, und ich erkläre Ihnen heute ausführlich, wie Sie die Anzeichen trockener Augen erkennen und warum es so wichtig ist, diese Symptome ernst zu nehmen.

Beim Thema trockene Augen kommen verschiedene Symptome ins Spiel, die mehr sind als nur ein gelegentliches Unbehagen. Tatsächlich können sie ziemlich störend sein und unseren Alltag beeinträchtigen. Viele Menschen leiden unter diesen Beschwerden, ohne zu wissen, dass es sich um trockene Augen handelt – und dass es effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Die Hauptsymptome trockener Augen

Eines der Hauptzeichen ist das ständige Gefühl von Trockenheit in den Augen, das oft von einem kratzigen oder sandigen Gefühl begleitet wird – als ob wirklich Sandkörner unter den Augenlidern wären. Stellen Sie sich vor, Sie blinzeln, und es fühlt sich an, als würden Sie gegen eine raue Oberfläche reiben. Das ist nicht gerade angenehm.

Das Fremdkörpergefühl

Dieses Gefühl, als hätten Sie ständig etwas im Auge, ist eines der häufigsten und belastendsten Symptome. Betroffene beschreiben es oft als würde Sand, ein Haar oder eine Wimper im Auge kratzen. Dieses Symptom tritt typischerweise im Laufe des Tages verstärkt auf, besonders nach längerer Bildschirmarbeit oder in klimatisierten Räumen.

Brennen und stechende Schmerzen

Dann gibt es noch das Brennen oder stechende Schmerzen in den Augen, die wirklich unangenehm sein können. Dieses Brennen wird oft schlimmer in bestimmten Situationen: bei Wind, in trockener Luft, beim Lesen oder bei konzentrierter Bildschirmarbeit. Manche Patienten beschreiben es als würden die Augen „wie Feuer brennen“.

Lichtempfindlichkeit

Hinzu kommt eine gewisse Lichtempfindlichkeit, die besonders draußen oder beim Blick auf helle Bildschirme bemerkbar wird. Diese sogenannte Photophobie kann so stark sein, dass Betroffene sonnige Tage meiden oder ständig eine Sonnenbrille tragen müssen – selbst bei bedecktem Himmel.

Augenmüdigkeit

Manche Leute erleben auch eine verstärkte Müdigkeit der Augen, was lange Tage vor dem Computer noch anstrengender macht. Die Augen fühlen sich schwer an, man möchte sie ständig schließen, und die Konzentration lässt nach. Diese Ermüdung ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch die Arbeitsleistung erheblich beeinträchtigen.

Verschwommenes Sehen: Ein oft übersehenes Symptom

Ein weiteres Symptom, das viele nicht direkt mit trockenen Augen in Verbindung bringen, ist das verschwommene Sehen, das sich im Laufe des Tages verschlechtern kann. Aber wie kommt es überhaupt dazu? Warum sehen wir schlechter, wenn wir trockene Augen haben?

Die entscheidende Rolle des Tränenfilms

Der Tränenfilm ist das am stärksten brechende Medium überhaupt am Auge. Sie können sich das Ganze etwa so vorstellen: Wenn wir uns hier das Auge von der Seite einmal anschauen, dann haben wir hier an der vordersten Fläche quasi die Hornhaut, dann haben wir im Auge die Linse, und dann haben wir im hinteren Bereich des Auges die Netzhaut.

Das heißt, das Licht, das hier auf das Auge fällt, wird einmal an der Hornhaut gebrochen, an der Linse gebrochen und fällt dann idealerweise direkt mit dem Fokus auf die Netzhaut. Also: Licht kommt von außen – Hornhaut – Linse – Netzhaut.

Was die meisten vernachlässigen

Was die meisten aber vernachlässigen, ist tatsächlich in diesem Bereich der Tränenfilm selbst. Denn wann wird das Licht gebrochen? Das Licht wird immer gebrochen, wenn es von einem optisch dünneren Medium in ein optisch dichteres Medium übertritt. Und die größte Differenz ist nicht die Differenz Luft-Hornhaut, sondern es ist die Differenz Luft-Tränenfilm.

Der Tränenfilm ist flüssig, die Luft gasförmig, und entsprechend ist eine sehr große Differenz in der Dichte. Und dadurch wird das Licht stark – am stärksten gebrochen, eigentlich im System Auge. Und wenn jetzt der Tränenfilm instabil ist, dann findet natürlich auch keine stabile Lichtbrechung statt.

Die praktischen Auswirkungen

Und deswegen ist es ganz wichtig zu verstehen: Viele Personen, die schlechter sehen, die vor allem mal gut sehen und mal schlecht sehen – also dass es schwankend ist und nicht immer gleichbleibend schlecht –, die leiden ganz häufig einfach an trockenen Augen. Und das kann man dann relativ gut meistens in den Griff bekommen.

Das haben wir auch in ein paar Videos gemacht, die kommen noch – schauen Sie sich die gerne an. Denn es gibt viele Therapiemöglichkeiten, und es gibt auch viele Verhaltensweisen, die Sie durchführen können, um das Ding besser in den Griff zu bekommen.

Der Teufelskreis trockener Augen

Aber am Ende muss man sagen: Es ist echt eine Art Teufelskreis. Die Augen fühlen sich trocken an, also reibt man sie, was wiederum zu Reizung und manchmal sogar zu einem verschwommenen Sehen führen kann.

Reiben verschlimmert die Situation

Das Reiben der Augen ist eine natürliche Reaktion auf das unangenehme Gefühl, aber es verschlimmert die Situation erheblich. Durch das Reiben werden die Augenoberfläche und der ohnehin instabile Tränenfilm noch mehr geschädigt. Zudem können durch das Reiben Bakterien ins Auge gelangen und Entzündungen verursachen.

Das paradoxe Phänomen: Zu viele Tränen

Interessanterweise kann paradoxerweise auch ein Übermaß an Tränenfluss ein Zeichen für trockene Augen sein. Der Körper versucht, die Trockenheit zu kompensieren, indem er mehr Tränen produziert. Aber diese Notfalltränen können das Problem nicht wirklich lösen, da sie oft nicht die nötigen Eigenschaften haben, um das Auge effektiv zu befeuchten und zu schützen.

Warum Reflextränen nicht helfen

Diese Reflextränen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung deutlich von normalen Tränen. Sie haben meist zu wenig Lipide (Fette) und können den Tränenfilm nicht stabilisieren. Sie laufen einfach über, ohne das Auge ausreichend zu benetzen. Deshalb kann es sein, dass Ihre Augen tränen, während Sie gleichzeitig ein ausgeprägtes Trockenheitsgefühl haben.

Das verwirrt viele Patienten: „Wie können meine Augen trocken sein, wenn sie ständig tränen?“ Aber genau das ist das typische Zeichen eines instabilen Tränenfilms und einer Fehlfunktion der Tränenproduktion.

Eine stark unterdiagnostizierte Erkrankung

Diese Symptome sind Hinweise darauf, dass etwas mit dem Feuchtigkeitshaushalt unserer Augen nicht stimmt, und sie sollten nicht ignoriert werden. Das Interessante ist: Es ist halt echt eine unterdiagnostizierte Krankheit.

Die erschreckenden Zahlen

Denn über 50 Prozent – also ganz ehrlich, in meinem Umfeld leidet, glaube ich, gefühlt jeder an trockenen Augen – aber therapiert werden nur 16 Prozent der Bevölkerung. Also wirklich eine ganz krasse Diskrepanz, wenn man so möchte, zwischen Personen, die an dieser Krankheit leiden, und Personen, die Hilfe bekommen bei dieser Krankheit.

Das bedeutet: Von zehn Menschen mit trockenen Augen werden nur etwa zwei behandelt. Die anderen acht leiden still vor sich hin, gewöhnen sich an die Beschwerden oder wissen nicht, dass es effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Warum so viele unbehandelt bleiben

Die Gründe für diese Unterdiagnostik sind vielfältig:

  • Viele Menschen halten die Symptome für „normal“ und altersbedingt
  • Die Symptome werden anderen Ursachen zugeschrieben (Bildschirmarbeit, Müdigkeit)
  • Scham oder Angst vor dem Arztbesuch
  • Unwissenheit über Behandlungsmöglichkeiten
  • Die Symptome werden bagatellisiert („Das sind halt trockene Augen, da kann man nichts machen“)

Aber das stimmt nicht! Es gibt sehr effektive Therapien, die die Lebensqualität erheblich verbessern können.

Wann sollten Sie zum Augenarzt?

Den meisten kann ich nur raten: Wenn Sie Probleme haben wie Fremdkörpergefühl oder schlechteres, verschwommenes Sehen, stellen Sie sich mal beim Augenarzt vor. Es können trockene Augen sein.

Die wichtigsten Warnsignale

Sie sollten definitiv einen Augenarzt aufsuchen, wenn Sie:

  • Ständig ein Fremdkörpergefühl in den Augen haben
  • Brennende oder stechende Schmerzen verspüren
  • Verschwommenes Sehen haben, das im Laufe des Tages schwankt
  • Stark lichtempfindlich sind
  • Probleme beim Tragen von Kontaktlinsen haben
  • Die Augen ständig tränen
  • Müde Augen haben, besonders nach Bildschirmarbeit
  • Die Lebensqualität durch die Beschwerden eingeschränkt ist

Was Sie beim Augenarzt erwartet

Bei der Untersuchung wird Ihr Augenarzt verschiedene Tests durchführen:

  • Beurteilung der Tränenproduktion
  • Untersuchung der Tränenfilmqualität
  • Bewertung der Augenoberfläche
  • Überprüfung der Meibom-Drüsen
  • Messung der Tränenverdunstung

Auf Basis dieser Untersuchungen kann dann eine gezielte Therapie eingeleitet werden – abgestimmt auf Ihre spezifische Form der trockenen Augen.

Die verschiedenen Symptom-Muster

Es ist faszinierend und zugleich ein bisschen beunruhigend, wie solche alltäglichen Beschwerden uns auf potenzielle größere Probleme hinweisen können. Nicht jeder Patient hat alle Symptome, und die Intensität kann stark variieren.

Typische Symptom-Kombinationen

Muster 1: Der Bildschirmarbeiter

  • Hauptsächlich Augenmüdigkeit
  • Verschwommenes Sehen gegen Abend
  • Brennende Augen nach der Arbeit
  • Lichtempfindlichkeit bei Bildschirmen

Muster 2: Der Lipidmangel-Typ

  • Starkes Fremdkörpergefühl
  • Paradoxer Tränenfluss
  • Symptome verschlimmern sich in trockener Umgebung
  • Probleme direkt nach dem Aufwachen

Muster 3: Der Entzündungstyp

  • Brennende, gerötete Augen
  • Verklebte Lider am Morgen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Schmerzen beim Blinzeln

Wie trockene Augen Ihren Alltag beeinträchtigen

Die Symptome trockener Augen sind nicht nur unangenehm – sie können Ihren gesamten Alltag beeinträchtigen:

Berufliche Einschränkungen

  • Konzentrationsschwierigkeiten bei Bildschirmarbeit
  • Häufige Pausen notwendig
  • Reduzierte Arbeitsleistung
  • Probleme bei Tätigkeiten, die visuelle Präzision erfordern

Freizeitaktivitäten

  • Einschränkungen beim Lesen
  • Probleme beim Autofahren, besonders nachts
  • Schwierigkeiten beim Sport
  • Vermeidung von Outdoor-Aktivitäten bei Wind oder Sonne

Soziale Auswirkungen

Einschränkung der Lebensqualität insgesamt

Augenschmerzen können die Stimmung beeinflussen

Ständiges Augenreiben wirkt auf andere störend

Tränende Augen können missverstanden werden


FAQ – Häufig gestellte Fragen zu den Symptomen trockener Augen

Was sind die typischen Symptome trockener Augen?

Die häufigsten Symptome sind ein ständiges Trockenheitsgefühl, Fremdkörpergefühl (als hätten Sie Sand im Auge), Brennen oder Stechen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, das im Tagesverlauf schwankt, und Augenmüdigkeit. Viele Patienten haben auch paradoxerweise tränende Augen, weil der Körper versucht, die Trockenheit zu kompensieren. Die Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten und variieren in ihrer Intensität.

Warum führt ein trockener Tränenfilm zu schlechterem Sehen?

Der Tränenfilm ist tatsächlich das wichtigste Brechungsmedium im Auge – wichtiger als Hornhaut oder Linse. Die größte Brechkraftdifferenz entsteht beim Übergang von Luft (gasförmig) zu Tränenfilm (flüssig). Wenn der Tränenfilm instabil ist, wird auch die Lichtbrechung instabil, und das Sehen wird verschwommen. Typisch ist ein schwankendes Sehen: mal besser, mal schlechter. Viele Patienten berichten, dass sie nach dem Blinzeln kurz besser sehen, weil der Tränenfilm sich für einen Moment stabilisiert.

Kann zu viel Tränenfluss auch auf trockene Augen hinweisen?

Ja, das ist eines der paradoxesten Symptome trockener Augen. Der Körper registriert die Trockenheit und Reizung als Problem und reagiert mit einer reflexartigen Überproduktion von Tränenflüssigkeit – ähnlich wie wenn Ihnen eine Wimper ins Auge fällt. Diese Reflextränen haben aber nicht die richtige Zusammensetzung, um das Auge ausreichend zu befeuchten und zu schützen. Sie haben meist zu wenig Lipide (Fette) und können den Tränenfilm nicht stabilisieren. Deshalb können Ihre Augen tränen und gleichzeitig trocken sein.

Wie häufig sind trockene Augen und wie gut werden sie behandelt?

Die Zahlen sind wirklich erschreckend: Über 50 Prozent der Bevölkerung leidet unter trockenen Augen, aber nur etwa 16 Prozent erhalten eine Therapie. Das bedeutet, dass die große Mehrheit der Betroffenen unbehandelt bleibt und mit den Beschwerden lebt, ohne zu wissen, dass es effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt. Trockene Augen gehören zu den am stärksten unterdiagnostizierten Augenerkrankungen überhaupt. Viele Menschen halten die Symptome für normal oder altersbedingt und suchen keinen Arzt auf.

Was soll ich tun, wenn ich Symptome von trockenen Augen habe?

Suchen Sie unbedingt einen Augenarzt auf, wenn Sie unter den beschriebenen Symptomen leiden, besonders wenn diese Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Der Augenarzt kann mit speziellen Untersuchungen feststellen, welche Form der trockenen Augen Sie haben und eine gezielte Therapie einleiten. Je früher Sie behandelt werden, desto besser sind die Erfolgschancen. Auf unserer Seite zu trockenen Augen finden Sie weitere Informationen zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Warten Sie nicht, bis die Beschwerden unerträglich werden – trockene Augen lassen sich in den allermeisten Fällen gut behandeln.

Fazit: Nehmen Sie die Symptome ernst

Wenn Sie unter den beschriebenen Symptomen leiden, dann stellen Sie sich, wie gesagt, gerne beim Augenarzt vor. Schreiben Sie uns auch gerne in den Kommentaren, wenn Sie spezifische Fragen haben noch zum Thema trockene Augen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst

Häufige Symptome:

  • Trockenheitsgefühl und Fremdkörpergefühl
  • Brennen und stechende Schmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verschwommenes, schwankendes Sehen
  • Augenmüdigkeit
  • Paradoxerweise auch Tränenfluss

Wichtige Erkenntnisse:

  • Der Tränenfilm ist das wichtigste Brechungsmedium im Auge
  • Instabiler Tränenfilm führt zu schwankendem Sehen
  • Über 50% leiden, aber nur 16% werden behandelt
  • Es ist eine stark unterdiagnostizierte Erkrankung
  • Effektive Therapien sind verfügbar

Ihr nächster Schritt:

  • Bei anhaltenden Symptomen zum Augenarzt gehen
  • Symptome ernst nehmen und nicht ignorieren
  • Frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose
  • Lebensqualität muss nicht unter trockenen Augen leiden

Ansonsten schauen wir uns im nächsten Video an, wie man das Ganze eigentlich überhaupt diagnostiziert. Ich freue mich auf Sie – bis hoffentlich bald!

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Video zu den Symptomen trockener Augen und auf unserer Informationsseite zu trockenen Augen.

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