Was ist die PRK und für wen ist sie geeignet?

In diesem Artikel erfahren Sie, was das Augenlaserverfahren PRK ist, wie es abläuft und wie es sich von anderen Laserverfahren unterscheidet. Der Artikel richtet sich an Menschen, die sich sachlich über PRK informieren möchten, zum Beispiel dann, wenn modernere Augenlaser-Verfahren wie LASIK und SMILE für sie nicht infrage kommen.

Definition – Was ist die PRK?

Die Photorefraktive Keratektomie (PRK) ist ein Augenlaserverfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit. Die PRK gehört zu den ältesten Verfahren des Augenlaserns und wird seit Ende der 1980er Jahre durchgeführt.

  • PRK ist ein bewährtes, aber heute verhältnismäßig selten eingesetztes Augenlaserverfahren.
  • Die Heilung nach einer PRK dauert länger und ist schmerzhafter als bei neueren Verfahren.
  • Die PRK kann eine gute und sichere Alternative zu modernen Methoden wie LASIK und SMILE darstellen, wenn diese aufgrund individueller Voraussetzungen der Augen nicht geeignet sind.

Wie funktioniert eine PRK?

Bei der PRK wird zuerst die oberste Hornhautschicht entfernt, danach formt ein Laser die Hornhaut neu. Die Hornhaut ist die klare, gewölbte Vorderfläche des Auges, durch die das Licht ins Auge eintritt. Die Hornhaut spielt eine zentrale Rolle bei der Bündelung der Lichtstrahlen für scharfes Sehen.

  • Unter lokaler Betäubung wird zunächst die oberste Zellschicht der Hornhaut (das Epithel) mechanisch, mit einer Alkohollösung oder mit einem Laser entfernt.
  • Daraufhin erfolgt die Modellierung der darunterlegenden Hornhaut mit einem Excimerlaser (präziser Augenlaser zur gezielten Abtragung von Hornhautgewebe).
  • Abschließend wird eine schützende Kontaktlinse aufgesetzt, bis die oberste Zellschicht wieder nachgewachsen ist.
die vier schritte der prk
Abbildung 1: Die vier Schritte der PRK

Durch die PRK wird die Hornhaut so modifiziert, dass einfallendes Licht wieder korrekt gebrochen wird und ein scharfes Bild entsteht.

Wie lange dauert die Heilung nach einer PRK?

Das endgültige Sehergebnis zeigt sich häufig erst nach einem bis drei Monaten und damit deutlich später als bei anderen Verfahren.

  • Das Epithel benötigt in der Regel wenige Tage zum Nachwachsen.
  • Die schützende Kontaktlinse wird in der Regel nach drei bis fünf Tagen entfernt.
  • Die Sehschärfe stabilisiert sich schrittweise.

Warum gilt die PRK als schmerzhafter?

Da die schützende Hornhautoberfläche entfernt wird, reagiert das Auge in den ersten Tagen empfindlicher.

Im Detail:

  • Deutliche Schmerzen in den ersten drei bis vier Tagen können auftreten und sind nicht ungewöhnlich.
  • Die Seherholung erfolgt im Vergleich zu neueren Verfahren langsamer.

Welche Vorteile bietet die PRK?

Die PRK verzichtet auf einen Hornhautflap (ein Einschnitt und beiseite klappen der Hornhaut) und eignet sich daher für bestimmte Augen besonders gut.

  • Ein Eingriff ist auch bei dünner Hornhaut möglich.
  • Da kein Hornhautflap durchgeführt wird, besteht auch kein Risiko flapspezifischer Komplikationen.
  • Geringeres Risiko einer Hornhautektasie (Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut)
  • Gut geeignet für Nachkorrekturen zum Beispiel nach LASIK oder SMILE
  • Vergleichsweise geringe Kosten
  • Bewährtes Verfahren mit jahrzehntelanger Erfahrung
  • Komplikationsarm, unter anderem da eine Schutzlinse getragen wird

Die PRK ist zwar nicht so komfortabel wie es modernere Augenlaserverfahren sind, stellt aber eine hornhautschonende und sichere Alternative dar.

Für wen ist PRK besonders geeignet?

PRK eignet sich vor allem für Menschen mit geringer bis mittlerer Fehlsichtigkeit, bei denen andere Verfahren wie SMILE und LASIK nicht möglich sind.

Geeignet bei:

  • Dünner Hornhaut (trotzdem muss eine gewisse Restdicke vorhanden sein)
  • Geringerer bis mittlerer Fehlsichtigkeit
  • Berufen oder Sportarten mit hoher mechanischer Belastung (z. B. Polizisten, Kontaktsportler)

Trotz diverser modernerer Verfahren kann eine PRK die individuell beste Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Welche Fehlsichtigkeit kann behandelt werden?

Die PRK kann Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit innerhalb bestimmter Grenzen korrigieren. Jedoch sind bei Patienten mit geringerer Fehlsichtigkeit ein stabileres und vorhersehbareres Ergebnis sowie eine geringere Komplikationswahrscheinlichkeit zu erwarten.

Im Detail:

Kurzsichtigkeit (Myopie): Fehlsichtigkeit, bei der entfernte Objekte unscharf erscheinen, weil der Brennpunkt des Lichts vor der Netzhaut liegt.

Eine Behandlung ist bis zu −12 Dioptrien möglich. Besonders gut geeignet ist die PRK jedoch bei einer Kurzsichtigkeit bis etwa −6 Dioptrien.

Weitsichtigkeit (Hyperopie): Für Patientinnen und Patienten mit Weitsichtigkeit erscheinen nahe Objekte unscharf, weil der Brennpunkt des Lichts hinter der Netzhaut liegt. Das Sehen in die Ferne ist dabei unbehelligt.

Die PRK kann bis zu +5 Dioptrien eingesetzt werden, die besten Ergebnisse werden in der Regel bei Werten bis etwa +3 Dioptrien erzielt.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus): Fehlsichtigkeit, bei der die Hornhaut ungleichmäßig gekrümmt ist. Dadurch wird das Licht verzerrt gebrochen und das Sehen wirkt unscharf oder verzogen.

Eine Korrektur ist bis zu 6 Dioptrien möglich, besonders geeignet ist die PRK jedoch bei Werten bis etwa ±4 Dioptrien.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Eine PRK ist nur möglich, wenn in einer umfangreichen medizinischen Voruntersuchung einige Punkte erfüllt sind. In der Voruntersuchung werden Sehwerte, Hornhaut, Augenfunktion und der allgemeine Gesundheitszustand der Augen umfassend geprüft.

Voraussetzungen im Detail:

  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Eine stabile Sehstärke seit mindestens einem Jahr, kleine Schwankungen sind in Ordnung.
  • Ausreichende Hornhautdicke, damit nach dem Laserabtrag noch eine gewisse Restdicke verbleibt
  • Gesunde Augen, es dürfen keine fortschreitenden Hornhauterkrankungen wie Keratokonus (eine Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut) oder Augenerkrankungen wie Grüner Star oder Grauer Star vorliegen.
  • Allgemein guter Gesundheitszustand, es dürfen keine Krankheiten vorliegen, die Einfluss auf die Wundheilung ausüben

Weitere Voraussetzungen werden in der Voruntersuchung besprochen.

Welche vorübergehenden Ausschlusskriterien bestehen?

In der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Behandlung abgeraten. Hormonschwankungen können zu Schwankungen der Sehstärke führen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei allen medizinischen Eingriffen bestehen auch bei der PRK mögliche Risiken und Nebenwirkungen.

Einige Nebenwirkungen sind:

  • Es können eine Trübung oder Narben auftreten, da an der Hornhaut gearbeitet wird. Die Trübung kann in der Regel mit Augentropfen behandelt werden.
  • Über- oder Unterkorrektur mit verbleibendem Fehler in der Sehstärke sind möglich.
  • vorübergehende Probleme beim Sehen in der Nacht (Blendungen, Halos)
  • trockene Augen, meist gut behandelbar
  • Geringe Wahrscheinlichkeit für Infektionen

Weitere Nebenwirkungen können mit dem Arzt besprochen werden.

Normal vs. Warnzeichen nach einer PRK

✓ Normale Nebenwirkungen

  • Schmerzen in den ersten Tagen (bei bis zu 90% der behandelten Personen)
  • Fremdkörpergefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • schwankende Sehschärfe

⚠ Bitte abklären, wenn

  • Schmerzen ungewöhnlich stark sind oder zunehmen
  • Rötungen oder Schwellungen auftreten
  • Sich das Sehvermögen verschlechtert
  • Sie Unsicherheit im Heilungsverlauf fühlen

Nachsorge nach einer PRK

Die Nachsorge ist entscheidend für ein gutes Ergebnis.

Details:

  • Augenreiben unbedingt vermeiden
  • sportliche Aktivitäten (mind. 2 Wochen) vermeiden
  • Ausübung des Berufes meiden (mind. 1 Woche)
  • Sauna-, Solarium- und Schwimmbadbesuche (mind. 2 Wochen) meiden
  • Medikation des Arztes befolgen und Kontrolltermine regelmäßig wahrnehmen

Checkliste zur Vorbereitung auf die PRK

  • Kontaktlinsen müssen frühzeitig abgesetzt werden: harte Kontaktlinsen vier Wochen vor der OP, weiche Kontaktlinsen zwei Wochen vor der OP
  • Am OP-Tag sollte keine Kosmetik verwendet werden
  • Ausfallzeit planen (auch im Beruf) und um Unterstützung für die Folgetage kümmern.

Häufig gestellte Fragen zur PRK

Ist PRK ein sicheres Verfahren?

Die PRK wird seit den 1980er-Jahren angewendet und ist gut erforscht.

Ist die PRK günstiger als andere Verfahren?

Aufgrund der einfacheren Technik sind die Kosten oft niedriger als bei LASIK oder SMILE.

Ist PRK auch heute noch sinnvoll?

Trotz moderner Verfahren bleibt PRK eine sinnvolle Alternative in ausgewählten Fällen.

Wie unterscheidet sich die PRK von LASIK?

Der Hauptunterschied liegt in der Behandlungstechnik: Bei der LASIK wird ein Hornhautflap (eine dünne Lamelle) erstellt und zurückgeklappt, bei der PRK wird die oberste Hornhautschicht vollständig entfernt. Die PRK hat eine längere Heilungszeit, verzichtet aber auf flap-spezifische Risiken und ist bei dünnerer Hornhaut möglich.

Kann die PRK beide Augen gleichzeitig behandeln?

In der Regel wird die PRK an beiden Augen während derselben Sitzung durchgeführt, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Heilung und Sehanpassung. Ihr Augenarzt wird in der Voruntersuchung die beste Vorgehensweise für Ihre individuelle Situation festlegen.

Wie lange muss ich nach einer PRK mit Schmerzen rechnen?

Schmerzen treten typischerweise in den ersten drei bis vier Tagen nach der PRK auf und betreffen bis zu 90% der behandelten Personen. Die Intensität variiert individuell, lässt sich aber mit verschriebenen Schmerzmitteln gut behandeln. Nach dem Nachwachsen des Epithels (ca. 3-5 Tage) lassen die Beschwerden deutlich nach.

Fazit

Die PRK ist ein bewährtes Augenlaserverfahren, das trotz längerer Heilungszeit und höherer Schmerzintensität in spezifischen Fällen die beste Behandlungsoption darstellen kann. Besonders für Patienten mit dünner Hornhaut oder in Berufen mit mechanischer Belastung bietet die PRK eine sichere und effektive Alternative zu moderneren Verfahren.

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