Das Beratungsgespräch ist weit mehr als nur ein Termin zur weiteren Terminfindung und OP-Planung. Das Beratungsgespräch in der refraktiven Chirurgie ist eine medizinische Aufklärung, bei der auf Basis von diagnostischen Daten die individuelle Eignung, die Risiken und die Erfolgsaussichten eines Laser- oder Linseneingriffs besprochen werden. Es ist der Moment, in dem medizinische Daten auf Ihre persönlichen Lebensumstände treffen. Prof. Dr. Shajari legt großen Wert darauf, dass Sie nicht nur „behandelt“ werden, sondern den Eingriff und seine Konsequenzen vollumfänglich verstehen.
Ein gut informierter Patient ist die beste Voraussetzung für ein exzellentes Ergebnis. In diesem Artikel finden Sie eine strukturierte Checkliste und tiefgehende Erläuterungen zu den Fragen, die Sie stellen sollten, um mit einem sicheren Gefühl in Ihre Behandlung zu gehen. Wir geben Ihnen hier eine klare Orientierung, damit Sie als Partner auf Augenhöhe agieren können.
Die 3 wichtigsten Punkte
- Nutzen Sie das Gespräch, um Ihre individuellen Ängste und Alltagsbedürfnisse (Sport, Beruf, Nachtfahrten) zu adressieren.
- Ein seriöses Gespräch erkennt man daran, dass auch Gegenanzeigen (Warum man eventuell nicht geeignet ist) offen thematisiert werden.
- Bringen Sie Ihre aktuellen Brillenwerte und eine Liste Ihrer Medikamente mit, um eine präzise Einschätzung zu ermöglichen.
„Ein Patient, der kritische Fragen stellt, ist mir der liebste. Es zeigt, dass er die Verantwortung für seine Augen ernst nimmt. Unser Ziel bei dr.vision ist es, dass keine Frage unbeantwortet bleibt, bevor wir den Laser aktivieren.“
Prof. Dr. Shajari, dr.vision
Warum sind Fragen im Beratungsgespräch so wichtig?
Fragen helfen Ihnen, unrealistische Erwartungen abzubauen und die fachliche Tiefe des Anbieters zu prüfen. Nur wer versteht, was im Auge passiert, kann am OP-Tag entspannt und kooperativ sein.
In der Augenheilkunde gibt es kein „Einheitsverfahren“. Jeder Mensch hat eine andere Hornhautdicke, Pupillengröße und einen anderen Anspruch an seine Sicht (z. B. feine Detailarbeit vs. Outdoor-Sport). Das Beratungsgespräch dient dazu, die technische Machbarkeit mit Ihrem Lebensstil zu synchronisieren. Wenn Sie Fragen stellen, fordern Sie den Chirurgen heraus, sein Wissen für Sie zu übersetzen.
Beispiel: Ein leidenschaftlicher Nachtautofahrer sollte gezielt nach „Halos“ und der „optischen Zone“ fragen. Ein guter Chirurg wird hier die Wellenfront-Technik erklären.
Fragen zur Erfahrung und Qualifikation
Fragen nach der Anzahl der Eingriffe und der Spezialisierung des Chirurgen sind legitim und notwendig, um Vertrauen in das handwerkliche Geschick zu gewinnen.
Details zum Hintergrund:
Ein Laser ist ein computergesteuertes Präzisionsinstrument, doch die Entscheidungsparameter werden vom Arzt festgelegt. Fragen Sie gezielt:
- Wie viele Eingriffe dieser Art haben Sie persönlich durchgeführt? (Routine schafft Sicherheit).
- Was passiert, wenn während der OP eine Komplikation auftritt? (Erfahrung zeigt sich im Komplikationsmanagement).
- Sind Sie auf ein bestimmtes Verfahren spezialisiert oder beherrschen Sie die gesamte Palette (SMILE, LASIK, PRK, Linsen)? (Ein Arzt, der alles kann, wird Sie neutraler beraten).

Fragen zur Anatomie, Eignung und des Sehfehlers
Hier geht es darum zu verstehen, warum ein bestimmtes Verfahren für Ihre Augen gewählt wurde. Die Antwort sollte auf Ihren individuellen Messwerten (z. B. Hornhautdicke) basieren. Die genaue Art und Ausprägung Ihres Sehfehlers ist die Grundlage jeder weiteren Entscheidung.
Details zu den Fachfragen:
„Wie dick ist meine Hornhaut und wie viel bleibt nach dem Lasern übrig?“
Die Hornhautdicke wird in Mikrometern gemessen. Ein gesundes Auge hat ca. 500 bis 550µm. Ein Laserabtrag verbraucht etwa 12 bis 15µm pro Dioptrie. Ein seriöser Arzt wird Ihnen genau vorrechnen, dass genug Restgewebe für die Stabilität des Auges übrig bleibt.
„Ist meine Pupille für das Verfahren zu groß?“
In der Dunkelheit weitet sich die Pupille. Wenn die Korrekturzone des Lasers kleiner ist als Ihre Nachtpupille, kann es zu störenden Lichteffekten kommen. Fragen Sie aktiv nach der Messung bei Dämmerlicht (Pupillometrie).
„Liegt Kurzsichtigkeit (Myopie) vor?“
Hierbei messen wir, wie viele Dioptrien im Minusbereich liegen. Wir erklären Ihnen, ob es sich um eine Achsenmyopie (Auge zu lang) oder eine Brechungsmyopie (Hornhaut zu stark gekrümmt) handelt.
„Besteht zusätzlich Weitsichtigkeit (Hyperopie)?“
Obwohl man meist entweder kurz- oder weitsichtig ist, kann im Alter die Weitsichtigkeit (als Alterssichtigkeit) hinzukommen. Wir prüfen, ob Ihr Auge aktiv gegensteuert (Akkommodation) und dadurch Kopfschmerzen verursacht.
„Gibt es einen Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)?“
Wir bestimmen die „Achslage“ Ihrer Verkrümmung. Ein Astigmatismus macht das Laserprofil komplexer, da der Laser die Hornhaut nicht nur abflachen, sondern in eine perfekte Kugelform zurückführen muss.
„Sind beide Augen gleich betroffen?“
Unterschiedliche Werte (Anisometropie) können das räumliche Sehen beeinträchtigen. Wir besprechen mit Ihnen, ob beide Augen exakt auf „Null“ korrigiert werden oder ob – im Falle der beginnenden Alterssichtigkeit – ein „Monovision“-Konzept (ein Auge für die Ferne, eines für die Nähe) sinnvoll ist.
Wie wurden meine Messwerte erhoben und wie zuverlässig sind sie?
Die Qualität Ihrer OP-Daten ist das Fundament Ihrer neuen Sehkraft. Wir nutzen folgende Verfahren:
- Objektive Refraktion: Ein Computer misst vollautomatisch die Lichtbrechung Ihres Auges.
- Subjektive Refraktion: Unsere spezialisierten Optiker verfeinern diese Werte im Dialog mit Ihnen.
- Pentacam-Tomographie: Diese Kamera rotiert um Ihr Auge und erstellt 138.000 Messpunkte der Hornhaut. Sie ist der „Goldstandard“ für Zuverlässigkeit.
Welche medizinischen Voraussetzungen bringe ich mit?
Die Eignung für das Augenlasern ist an klare medizinische Parameter geknüpft. Wir prüfen, ob Ihr Körper bereit für diese dauerhafte Veränderung ist.
Details zu den Voraussetzungen:
Stabilität der Dioptrien: Ihre Werte sollten seit mindestens 12 bis 24 Monaten stabil sein (Schwankungen < 0,5 dpt). Wenn das Auge noch wächst oder sich verändert, würde der Laser zwar den aktuellen Fehler beheben, aber eine neue Fehlsichtigkeit könnte entstehen.
Augengesundheit insgesamt: Wir untersuchen den Tränenfilm, den Augeninnendruck und den Zustand der Netzhaut. Erkrankungen wie ein fortgeschrittener Grauer Star oder chronische Entzündungen müssen vorab behandelt oder ausgeschlossen werden. Deshalb machen wir vor jeder durchgeführten Operation einen gesamten Check-Up Ihrer Augengesundheit mit den modernsten Geräten
Alter und Akkommodationsfähigkeit: Zwischen 20 und 45 Jahren ist das „goldene Fenster“ für Laser-Eingriffe. Ab 45 Jahren besprechen wir mit Ihnen zusätzlich die Alterssichtigkeit. Hier prüfen wir, wie flexibel Ihre natürliche Linse noch ist, um zu entscheiden, ob ein Laser oder ein Linsenaustausch die nachhaltigere Lösung bietet.
Welche Vor- und Nachteile haben die Optionen für mich persönlich?
Es gibt kein „bestes“ Verfahren für alle, sondern nur das beste Verfahren für Ihren Lebensstil. Jede Option bietet spezifische Vorteile in puncto Heilungsgeschwindigkeit, Belastbarkeit und Kosten.
Leitfragen für Ihre Entscheidung:
Wie verändert sich mein Alltag? Wenn Sie viel am Bildschirm arbeiten, ist ein Verfahren mit schnellem Heilungsverlauf (LASIK/SMILE) ideal. Wenn Sie Leistungssportler im Bereich Boxen oder Tauchen sind, bietet die PRK oder SMILE aufgrund der höheren mechanischen Stabilität Vorteile.
Wie stabil ist das Ergebnis langfristig? Laserverfahren halten in der Regel lebenslang. Bei sehr hohen Werten (> -10 dpt) besprechen wir jedoch ehrlich, ob eine ICL-Zusatzlinse eine bessere Langzeitprognose bietet.
Gibt es Einschränkungen im Berufsleben? Für bestimmte Berufe (Piloten, Polizei) gelten strenge Vorschriften. Wir gleichen Ihre medizinische Wahl mit den Anforderungen Ihres Arbeitgebers ab.
Wie hoch ist der Wartungs- oder Kontrollaufwand? In der Regel sind nach dem ersten Jahr keine speziellen Kontrollen mehr nötig, die über den normalen jährlichen Augen-Check beim Facharzt hinausgehen.
Qualitäts-Check des Beratungsgesprächs
| Merkmal | Standard-Gespräch | Dr. Vision Standard |
| Dauer | 10–15 Minuten | 30–60 Minuten inkl. Diagnostik |
| Gesprächspartner | Berater / Verkäufer | Facharzt / Operateur |
| Inhalt | Fokus auf Preis & Termin | Fokus auf Anatomie & Risiken |
| Risikoaufklärung | Nur im Kleingedruckten | Aktives Ansprechen von Nebenwirkungen |
Die „Final 10“ Checkliste
Checkliste: Diese 10 Fragen sollten Sie im Gespräch stellen
- Welche Methode (SMILE, LASIK, PRK) empfehlen Sie mir persönlich und warum?
- Welche Sehleistung (Prozent) kann ich realistischerweise erwarten?
- Werde ich nach der OP noch eine Lesebrille benötigen (Alterssichtigkeit)?
- Wie gehen Sie mit dem Risiko „Trockenes Auge“ bei mir um?
- Wie oft führen Sie bei Ihren Patienten Nachkorrekturen durch?
- Welche Technik (Laser-Generation) kommt bei mir zum Einsatz?
- Was muss ich in den ersten 48 Stunden nach der OP absolut vermeiden?
- Sind die Kosten für Nachuntersuchungen und eventuelle Nachlaser-Eingriffe inklusive?
- Wie lange bin ich voraussichtlich arbeitsunfähig?
- Wann darf ich wieder aktiv Sport (Schwimmen/Sauna) treiben?
Normal vs. Warnzeichen: Das Gesprächsempfinden
Nicht nur medizinische Fakten zählen, auch Ihr Bauchgefühl ist ein Indikator für Qualität.
✓ Gute Zeichen
- Der Arzt nimmt sich Zeit
- Risiken werden offen angesprochen
- Sie erhalten schriftliche Unterlagen
- Man zeigt Ihnen Ihre Messwerte
- Alternativen werden diskutiert
⚠ Warnzeichen
- Versprechen von 100% Erfolg
- Druck zur sofortigen Entscheidung
- Keine Erwähnung von Risiken
- Pauschalangebote ohne Voruntersuchung
- Kein persönliches Arztgespräch
FAQ – Fragen rund um das Beratungsgespräch
Muss ich meine Kontaktlinsen vor dem Gespräch weglassen?
Ja, Kontaktlinsen verformen die Hornhaut. Für eine präzise Beratung müssen weiche Linsen meist 1 Woche, harte Linsen 2-4 Wochen vorher weggelassen werden. Da die Hornhaut ein lebendes, flexibles Gewebe ist, nimmt sie die Form der Kontaktlinse an. Würden wir auf dieser Basis messen, wären die Daten verfälscht. Um die wahre Brechkraft und Topographie Ihrer Hornhaut zu bestimmen, muss diese Zeit haben, in ihre natürliche Form zurückzukehren. Nur so kann Prof. Dr. Shajari eine sichere Empfehlung aussprechen.
Kann ich nach dem Beratungsgespräch selbst Auto fahren?
In der Regel ja, es sei denn, Ihre Pupillen müssen für die Untersuchung mit Tropfen weitgestellt werden. Für eine umfassende Untersuchung der Netzhaut und der inneren Augenstrukturen ist es oft notwendig, die Pupille medikamentös zu erweitern. Dies führt zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit und einem verschwommenem Sehen für mehrere Stunden.
Kostet das Beratungsgespräch etwas?
Bei Dr. Vision bieten wir oft einen kostenlosen Eignungscheck an, während die umfassende medizinische Voruntersuchung kostenpflichtig ist. Ein erster Check zur groben Eignung ist ein Service unseres Hauses. Die anschließende, hochpräzise medizinische Voruntersuchung ist jedoch eine umfangreiche ärztliche Leistung nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte), da hier aufwendige High-End-Diagnostik zum Einsatz kommt, die die Basis für Ihre OP-Sicherheit bildet.
Welche Unterlagen sollte ich zum Beratungsgespräch mitbringen?
Bringen Sie Ihre aktuellen Brillenwerte, eine Liste Ihrer Medikamente und eventuelle Vorbefunde von anderen Augenärzten mit. Diese Informationen ermöglichen eine präzise Einschätzung Ihrer Eignung und helfen, Zeit zu sparen. Falls Sie Kontaktlinsen tragen, notieren Sie auch deren Werte und wie lange Sie diese schon tragen.
Wie lange dauert ein vollständiges Beratungsgespräch?
Ein umfassendes Beratungsgespräch mit Voruntersuchung dauert in der Regel 1,5 bis 2 Stunden. Dies beinhaltet die diagnostischen Messungen (Pentacam, Topographie, Pachymetrie, Tränenfilm-Analyse), die Auswertung durch den Arzt und das persönliche Gespräch mit Prof. Dr. Shajari, in dem alle Ihre Fragen beantwortet werden.
Was passiert, wenn ich beim Beratungsgespräch als nicht geeignet eingestuft werde?
Ein seriöser Arzt wird Ihnen ehrlich sagen, wenn Augenlasern für Sie nicht geeignet ist – etwa bei zu dünner Hornhaut, instabilen Werten oder Augenerkrankungen. In diesem Fall werden alternative Lösungen wie ICL-Linsen, eine Behandlung vorliegender Erkrankungen oder das Abwarten bis zur Stabilisierung besprochen. Ihre Augengesundheit hat oberste Priorität.
Mediathek: Vorbereitung auf das Gespräch
Nutzen Sie diese Videos, um bereits mit Grundwissen in das Gespräch zu gehen. Das spart Zeit für Ihre individuellen Fragen:
Fazit
Das Beratungsgespräch ist Ihr wichtigster Schritt auf dem Weg zur Brillenfreiheit. Nutzen Sie die „Final 10“ Checkliste, um alle entscheidenden Fragen zu stellen. Ein seriöses Beratungsgespräch zeichnet sich durch Transparenz, ausreichend Zeit und die ehrliche Besprechung von Risiken aus. Bei dr. vision legt Prof. Dr. Shajari großen Wert darauf, dass Sie als gut informierter Partner die Behandlung verstehen und mit einem sicheren Gefühl in die OP gehen können.
Bereiten Sie sich optimal vor: Bringen Sie Ihre Brillenwerte, Medikamentenliste und setzen Sie Kontaktlinsen rechtzeitig ab. Ihre Fragen sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung und einem exzellenten Ergebnis.