Katarakt OP Diagnostik: Welche Messungen werden durchgeführt?!

Prof. Dr. Mehdi Shajari

Prof. Dr. Mehdi Shajari

Über 10.000+ Augenoperationen | Mehrfach als Focus-Top-Mediziner ausgezeichnet

Veröffentlicht am Januar 23, 2026

Einleitung

Sie stehen vor Ihrer Katarakt op und fragen sich: Wie eigentlich läuft die Voruntersuchung ab? Was für Messungen werden denn tatsächlich durchgeführt, und wie läuft das Aufklärungsgespräch ab? Das werden wir heute in unserem Video uns mal genauer unter die Lupe nehmen und genau die einzelnen Punkte besprechen.

Ich bin Professor Dr. Mehdi Shajari, und ich führe Sie heute durch den gesamten Prozess der Voruntersuchung vor einer Kataraktoperation. Viele Patienten sind unsicher, was auf sie zukommt – aber keine Sorge, ich erkläre Ihnen jeden einzelnen Schritt genau.

Das Erstgespräch: Der Grundstein für die richtige Diagnose

Wenn Sie das erste Mal bei uns erscheinen, haben wir erstmal ein Erstgespräch. Das heißt also, wir gucken: Überhaupt, worum geht’s bei Ihnen? Bei der Grauen Star-Operation – was beschäftigt Sie, worunter leiden Sie?

Welche Fragen werden gestellt?

Um das herauszufinden, werden wir einige spezifische Fragen stellen, und zwar zum Beispiel: Was sind genau Ihre Symptome? Haben Sie Beschwerden nachts beim Autofahren? Oder fällt es Ihnen vor allem schwer, in der Nähe zu sehen? Haben Sie eher Probleme, in der Ferne gut, scharf und klar sehen zu können?

All diese Sachen erörtern wir im ersten Gespräch. Das gibt uns dann schon viele Informationen darüber, in welche Richtung wir weiter arbeiten können. Denn es kann zum Beispiel sein, dass Sie gar nicht an einer Katarakt leiden, sondern nur an einer Alterssichtigkeit. Und die muss man dann nicht direkt mit einem Linsenaustausch behandeln, sondern könnte es zum Beispiel lasern.

Diese Differenzierung ist wichtig, denn nicht jedes Sehproblem im Alter ist automatisch ein Grauer Star. Manchmal sind es auch andere Faktoren, die behandelt werden können – etwa mit Presbyond bei Alterssichtigkeit.

Die Spaltlampenuntersuchung: Bewährt seit 100 Jahren

Gehen wir mal davon aus, dass Sie tatsächlich einen Grauen Star haben und dass die Symptome dazu passen. Als nächsten Schritt würden wir dann eine Erstuntersuchung durchführen. Was umfasst diese Erstuntersuchung?

Das eine ist die ganz klassische Untersuchung an der Spaltlampe, und das andere ist die moderne Augenheilkunde – und darauf gehe ich gleich im Detail ein. Aber fangen wir erstmal mit dem an, was wir schon seit 100 Jahren machen und sich bewährt hat: die Spaltlampenmikroskopie.

Was sieht der Arzt bei der Spaltlampenmikroskopie?

Bei der Spaltlampenmikroskopie schaut der Arzt ganz tief in Ihre Augen. Er hat eine extrem starke Vergrößerung und kann dadurch im Detail jeden einzelnen Bereich des Auges sich anschauen. Die Hornhaut, die Linse und die Netzhaut sowie der Sehnerv sind die wichtigsten Bestandteile, die er bei dieser Untersuchung im Detail beurteilen muss.

Der unterschätzte Tränenfilm: Wichtiger als gedacht

Das andere, was man nicht unterschätzen darf – was allerdings viel zu häufig leider erfolgt – ist die Bewertung des trockenen Auges. Was die wenigsten wissen: Der Tränenfilm ist tatsächlich der wichtigste Bestandteil, wenn es darum geht, das Licht zu brechen.

Warum der Tränenfilm so entscheidend ist

Man denkt zwar häufig, es wäre die Hornhaut oder die Linse, aber tatsächlich ist es der Tränenfilm. Denn da haben wir den größten Unterschied zwischen dem optisch dünnen Medium der Luft und dem optisch dichteren Medium des Tränenfilms selbst. Weil die Differenz da so groß ist, haben wir dort die größte Brechkraft.

Und entsprechend können Patienten mit trockenen Augen vermehrt Probleme haben. Deswegen ist es so wichtig, dass wir das vor der OP ausreichend beurteilen, um nicht eine falsche Diagnose zu stellen – zum Beispiel den Grauen Star frühzeitig zu diagnostizieren, obwohl die Person eigentlich Probleme hauptsächlich mit dem Tränenfilm hat.

Das ist wirklich ein Punkt, den viele unterschätzen. Ich sehe immer wieder Patienten, die denken, sie hätten einen Grauen Star, aber in Wirklichkeit ist ihr Tränenfilm das Hauptproblem. Wenn wir das nicht vorab klären, würde eine Katarakt-OP möglicherweise nicht die gewünschte Verbesserung bringen.

Moderne Diagnostik: Die Pentacam Axl Wave

Sagen wir mal, die Spaltlampenmikroskopie bestätigt, dass Sie tatsächlich eine Trübung der Linse haben. Wie läuft’s weiter ab? Jetzt schauen wir uns wirklich im Detail mit den modernsten Geräten, die in der Augenheilkunde quasi zur Verfügung stehen, Ihr Auge an.

Scheimpflug-Tomographie für präzise Vermessung

Wir gucken zunächst in einer Scheimpflug-Tomographie Punkt für Punkt die Hornhaut und den Vorderabschnitt des Auges uns an. Das ist ganz wichtig, weil wir wollen ja zu einem späteren Zeitpunkt eine Linse in Ihr Auge implantieren. Und diese Linse, die muss quasi maßgeschneidert für Sie erstellt werden.

Je mehr Informationen wir über Sie bekommen, umso besser können wir diese Linse auswählen. Umso besser passt es quasi zu den Gegebenheiten, die Ihr Auge hergibt. Das machen wir mit der Pentacam Axl Wave – sie gehört zu den modernsten Geräten, die aktuell auf dem Markt sind, und kann wirklich präzise das gesamte Auge, aber vor allem den Vorderabschnitt des Auges darstellen.

Diese Technologie ist wirklich faszinierend. Wir können tausende von Messpunkten erfassen und daraus ein dreidimensionales Modell Ihres Auges erstellen. Das ist die Grundlage dafür, dass wir die perfekte Kunstlinse für Sie auswählen können.

Endothelzellmikroskopie: Die unsichtbaren Helfer der Hornhaut

Im nächsten Schritt gucken wir uns die Zellzahl an Ihrer Hornhaut an. Diese Zellen sind ganz wichtig für eine klare Sicht. Warum? Man muss sich vorstellen, dass die ganze Zeit in unserem Auge Flüssigkeit in die Hornhaut gepumpt wird, und diese Flüssigkeit, die wird durch diese Zellen dann wieder zurückgepumpt in die Vorderkammer, damit sie immer klar bleibt.

Wie funktioniert das mit den Endothelzellen?

Man muss sich das so ähnlich vorstellen: Wenn die Hornhaut zu viel Flüssigkeit quasi hat, dann quillt sie auf, und die Sicht wird milchig. Und diese Zellen, die helfen dabei, diese Flüssigkeit einfach wieder abzupumpen. Und ob diese Zellen funktionieren und wie viele wir von denen haben, das können wir in einer Endothelzellmikroskopie – so nennt sich das Ganze – im Detail uns anschauen.

Das ist besonders wichtig bei der Planung einer Katarakt-OP, denn während der Operation können einige dieser Zellen verloren gehen. Wenn Sie von vornherein schon zu wenige haben, müssen wir besonders vorsichtig sein oder eventuell sogar eine andere Operationsmethode wählen.

Netzhautdiagnostik: Ein Blick in die Tiefe des Auges

Schaut das auch gut aus, gehen wir einen Schritt weiter und gucken uns den hinteren Abschnitt des Auges an. Und da ist es wirklich faszinierend, was heutzutage in der Augenheilkunde möglich ist.

OCT: Mikrometergenau die Netzhaut analysieren

Wir können mikrometergenau die einzelnen Schichten Ihrer Netzhaut darstellen. Das heißt, wir wissen ganz genau, wie es ausschaut in dem Bereich, wo das Licht unmittelbar wahrgenommen wird. Das sind die sogenannten Fotorezeptoren – also Photon und Rezeptor – also die Rezeptoren, die Photonen aufnehmen, die das Licht unmittelbar aufnehmen.

Die können wir tatsächlich uns im Detail anschauen und können Rückschlüsse darüber ziehen, ob Sie zum Beispiel eine Makuladegeneration haben, ob Sie eine diabetische Retinopathie haben oder ob Sie andere Augenerkrankungen haben, die es erfordern, dass man, bevor man eine Kataraktoperation eventuell durchführt, diese vorerst mitbehandelt.

Realistische Prognosen stellen

Oder nach der Behandlung kann man Sie eventuell schon darüber aufklären, dass zum Beispiel die Visusprognose – also Ihre Prognose Ihrer Sehschärfe – etwas eingeschränkt sein wird. Das ist wichtig, denn manchmal erwarten Patienten nach der Katarakt-OP eine perfekte Sicht, aber wenn die Netzhaut bereits geschädigt ist, können wir das nicht garantieren.

Diese Aufklärung im Vorfeld ist extrem wichtig, damit Sie realistische Erwartungen haben und nicht enttäuscht werden.

Die Netzhautperipherie: Moderne Untersuchung ohne Weittropfen

Zu guter Letzt gucken wir uns die Netzhautperipherie an. Hier haben wir das Clarus 500 von Zeiss. Das Schöne an diesem Gerät ist, dass man nun einen viel größeren Bereich der Netzhaut darstellen kann, ohne Sie weittropfen zu müssen.

Warum das ein Vorteil ist

Sie kennen das sicherlich, wenn Sie schon mal beim Augenarzt waren: Das ist einer der Bereiche, die einen am meisten einschränkt – das Weittropfen. Und das kann man sich zum größten Teil – nicht immer, aber zum größten Teil – durch diese Behandlung sparen.

Das bedeutet: Sie können nach der Untersuchung direkt wieder Auto fahren und sind nicht stundenlang geblendet. Das ist ein enormer Komfortgewinn für die Patienten und zeigt, wie moderne Technologie den medizinischen Alltag verbessern kann.

Von der Diagnose zur Aufklärung

Gehen wir mal davon aus, dass alle Messungen unauffällig waren, dass Sie tatsächlich nur einen Grauen Star haben. Dann kommt als nächster Schritt die Aufklärung über die Graue-Star-Operation. Hier werden wir uns noch mal mit Ihnen gemeinsam hinsetzen und darüber sprechen, was denn die Chancen und Risiken einer Kataraktoperation sind.

Eine der sichersten Operationen weltweit

Man muss sagen: Es ist weltweit die mit am häufigsten durchgeführte OP überhaupt, und sie wird so häufig durchgeführt, weil die Ergebnisse einfach so gut sind und die Komplikationsrate vergleichsweise sehr niedrig ist. Aber zu diesem Gespräch, zu diesem Aufklärungsgespräch, erfahren Sie mehr im nächsten Video.

Die Katarakt-OP hat weltweit eine Erfolgsquote von über 95 Prozent. Das ist wirklich beeindruckend und sollte Ihnen die Angst vor dem Eingriff nehmen. Natürlich gibt es, wie bei jeder Operation, Risiken – aber diese sind bei der Katarakt-OP extrem gering.

Die verschiedenen Linsenoptionen

Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist auch die Auswahl der richtigen Intraokularlinse. Es gibt verschiedene Optionen, je nachdem, was Ihre individuellen Bedürfnisse sind.

Monofokallinsen vs. Multifokallinsen

Standardmäßig werden Monofokallinsen eingesetzt, die auf eine Entfernung scharf stellen – meistens die Ferne. Sie brauchen dann für die Nähe weiterhin eine Lesebrille. Es gibt aber auch Multifokallinsen, die mehrere Brennpunkte haben und Ihnen ermöglichen, sowohl in der Ferne als auch in der Nähe scharf zu sehen.

Auch torische Linsen sind verfügbar, wenn Sie zusätzlich einen Astigmatismus haben. Die Auswahl der richtigen Linse hängt von vielen Faktoren ab: Ihrem Lebensstil, Ihren Sehgewohnheiten, eventuellen Begleiterkrankungen und natürlich auch Ihren persönlichen Wünschen.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zum Grauen Star.


FAQ – Häufig gestellte Fragen zu SMILE Pro

Was passiert im Erstgespräch vor der Kataraktoperation?

Im Erstgespräch werden Ihre Symptome und individuellen Sehprobleme ausführlich abgeklärt. Wir fragen nach konkreten Beschwerden wie Problemen beim Autofahren in der Nacht, verschwommenem Sehen in der Nähe oder Ferne und anderen Einschränkungen im Alltag. Ziel ist es, die richtige Diagnose zu stellen und sicherzustellen, dass tatsächlich ein Grauer Star vorliegt und nicht eine andere Sehstörung wie Alterssichtigkeit oder Probleme mit dem Tränenfilm.

Warum ist die Beurteilung des Tränenfilms so wichtig?

Der Tränenfilm ist der wichtigste Bestandteil für die Lichtbrechung im Auge – wichtiger sogar als Hornhaut oder Linse. Der Übergang zwischen Luft und Tränenfilm erzeugt den größten Brechkraftunterschied und damit die stärkste optische Wirkung. Patienten mit trockenen Augen können erhebliche Sehprobleme haben, die fälschlicherweise als Grauer Star diagnostiziert werden könnten. Eine genaue Beurteilung des Tränenfilms vor der OP ist essentiell, um realistische Erwartungen zu setzen und eventuelle Probleme vorab zu behandeln.

Welche modernen Untersuchungen werden bei der Katarakt-Diagnostik durchgeführt?

Zur modernen Katarakt-Diagnostik gehören mehrere hochpräzise Untersuchungen: Die Pentacam Axl Wave zur dreidimensionalen Vermessung des Vorderabschnitts und zur individuellen Linsenberechnung, die Endothelzellmikroskopie zur Überprüfung der Hornhautzellen, hochauflösende OCT-Scans der Netzhaut zur Darstellung aller Schichten und Erkennung von Begleiterkrankungen sowie Weitwinkel-Netzhautaufnahmen mit dem Clarus 500, die ohne belastendes Weittropfen auskommen.

Wie erkennt der Arzt Begleiterkrankungen vor der Operation?

DDurch die detaillierte OCT-Untersuchung der Netzhaut können wir mikrometergenau die einzelnen Schichten analysieren und so Erkrankungen wie Makuladegeneration, diabetische Retinopathie oder andere Netzhautprobleme frühzeitig diagnostizieren. Diese Erkenntnisse sind wichtig für die Operationsplanung und für realistische Prognosen. Wenn bereits Netzhautschäden vorliegen, kann die Sehverbesserung nach der Katarakt-OP eingeschränkt sein – darüber klären wir unsere Patienten vorab auf, damit sie realistische Erwartungen haben.

Warum ist die Untersuchung der Netzhautperipherie ohne Weittropfen sinnvoll?

Die moderne Weitwinkel-Bildgebung mit dem Clarus 500 ermöglicht es uns, einen großen Bereich der Netzhaut darzustellen, ohne dass die Pupillen medikamentös erweitert werden müssen. Das spart Patienten die belastende und langanhaltende Pupillenerweiterung, nach der sie stundenlang stark lichtempfindlich sind und nicht Auto fahren können. Sie können nach der Untersuchung direkt wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen – ein enormer Komfortgewinn bei gleichzeitig umfassender Diagnostik.

Fazit: Präzise Diagnostik für optimale Ergebnisse

Also, das SMILE Pro-Verfahren ist eine spannende Entwicklung in der Welt der refraktiven Chirurgie, Die Voruntersuchung vor einer Kataraktoperation ist deutlich umfangreicher, als viele Patienten erwarten – aber genau das ist der Schlüssel zum Erfolg. Die Kombination aus bewährten Methoden wie der Spaltlampenmikroskopie und modernster Technologie wie Pentacam, OCT und Weitwinkel-Bildgebung garantiert eine präzise Diagnostik und optimale individuelle Behandlungsplanung.

Besonders hervorzuheben sind:

  • Die Bedeutung des Tränenfilms, die oft unterschätzt wird
  • Die maßgeschneiderte Linsenauswahl dank präziser Vermessung
  • Die Erkennung von Begleiterkrankungen, die die Prognose beeinflussen können
  • Die patientenfreundliche Diagnostik ohne belastende Pupillenerweiterung
  • Die Transparenz durch ausführliche Aufklärung

Damit wird die Grundlage für den erfolgreichen Eingriff gelegt. Die Kataraktoperation ist eine der sichersten und häufigsten Operationen weltweit mit hervorragenden Ergebnissen. Als nächster Schritt folgt das ausführliche Aufklärungsgespräch, in dem Chancen und Risiken der Operation besprochen werden.

Für Patienten bedeutet das: mehr Transparenz, weniger Unsicherheit und bessere Vorbereitung auf die Operation. Sie können sich darauf verlassen, dass wir mit modernster Technologie und größter Sorgfalt die bestmögliche Behandlung für Sie planen.

Wenn Sie mehr über die Behandlung des Grauen Stars erfahren möchten oder Fragen zur Diagnostik haben, kontaktieren Sie uns gerne. Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Video.

Jetzt Termin vereinbaren

Sprechstunde

Mo - Fr: 8:00 - 18:00
Sa: 9:00 - 13:00

dr. vision
Im Facharztzentrum verifyMED
Junghofstraße 16, 60311 Frankfurt

069-509586770

Telefonische Erreichbarkeit
Mo - Fr: 8:00 - 18:00

Wir sind 3 Minuten Gehdistanz von der Louis Vuitton Boutique
am Goetheplatz entfernt. Klingeln Sie bitte bei verifyMED.

Die Haltestelle Hauptwache und Taunusanlage sind in Gehdistanz.
Dort halten der Großteil der S- und U-Bahnen

Parken Sie kostenlos im Parkhaus Junghofstraße direkt
unter unserer Praxis in der Junghofstraße 16.